Heute geht’s (ging’s) los! Ich reise. Ja, richtig gelesen, ICH! reise…ich weiss, ich weiss, ausgerechnet ich, der darlegte, warum er nich alles hinschmeissen und weg will, ist auf Reisen. Also, einerseits, das Eine schliesst das Andere ja nicht aus (wäre ja auch irgendwie seltsam, wenn ich nie mehr reisen dürfte wegen eines Texts), andererseits brauchte ich das jetzt wirklich. Nicht aus Hinschmeissensgründen, vielmehr, um mich wieder ein wenig zu finden. Selbstfindungsreise sozusagen. Haha, ich habe mir mich mit wallendem Gewand und barfuss einen steinigen Weg beschreitend, in Richtung eines Tempels wandernd vorgestellt. Für mich ein sehr amüsantes Bild. Ganz so ist es dann doch nicht, obwohl die „Frisur“ passen würde (kahlrasiert). Nein, ich fahre mit dem Zug durch Teile Europas. Die Selbstfindung kommt von alleine, da ich viel Zeit mit mir verbringen werde, ohne Ablenkungen des Alltags. Darauf freue ich mich enorm, da ich in letzter Zeit zu kurz gekommen bin bei mir. Zeit mit mir selbst hatte nicht gefehlt, Qualitätszeit mit mir hingegen schon. Und was sagt schon mehr „Qualitätszeit“, als zwei Fahrgäst:innen (immer noch nicht sicher, ob man Gast gendert), die sich wegen eines Telefonats keifen? Herrlich. Nein, im Ernst, es wird mir gut tun, Neues zu entdecken und sehen, mit fremden Menschen in Kontakt zu treten, fremde Städte zu besichtigen, mich dem Alltagstrott zu entziehen. Zwei Freund:inne hatten mir vor meiner Abreise alles Gute und, hier jetzt relevanter, vorallem, dass ich loslassen und Abstand gewinnen kann, gewünscht. Das spricht Bände, finde ich. Ich merke es ja selbst, dass ich Abstand brauche, war bzw. bin mir aber gar nicht sicher, wovon. Von meinen Freund:innen? Nein, auf keinen Fall, sie sind mir unendlich wichtig. Von meinem Job? Vielleicht….ein bisschen wenigstens, auch wenn ich ihn nach wie vor sehr gerne mache. Vom Gamen? Teilweise, ja, auch wenn ich mittlerweile sicher bin, dass der hohe Konsum eher ein Symptom, als die Krankheit (uuuh….archaisch! Geil! Ein wenig viel [haha, Widerspruch in sich], aber für die Metapher völlig in Ordnung) ist. Wovon dann? Ich glaube, von mir. Von demjenigen, der zurzeit nichts zu erzählen, keinen Antrieb, mässig Lust auf irgendetwas, die Handbremse bei der Euphorie gezogen und die Kreativität verlegt hat. Davon brauche ich Abstand. Ich muss auftanken. Dieses Mal mit reisen. Wer hätte das gedacht. Ich nicht. Ich freue mich aber auch darauf, nach Zürich zu kommen, mit neuen Ideen, neuem Antrieb und mit der Energie, mit der ich meinen Liebsten alletweilen (gibt’s dieses Wort? Irgendwie glaube ich, ja….hmmm…) auf die Nerven gehe, weil ich übersprudle. Jetzt aber mal zuerst entdecken, erleben, aufsaugen, geniessen. Nächster Halt: München (also ja, eigentlich Memmingen, aber ich gehe nach München und, wer kennt schon dieses Kaff und überhaupt und sowieso, du verstehst schon). Bis bald!
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