No regerts

Ich bereue nichts. (Wow, schon erste Zweifel bei der Rechtschreibung…ist das ein Nomen „Nichts“?) Ich glaube, dass das irgendein Zitat von irgendjemandem ist, der oder die berühmt war (andere Menschen werden auch selten zitiert), aber nicht aus guten Gründen. Egal. Also, ich bereue nichts. Bevor nun der Eindruck entsteht, dass ich fehlerfrei durchs Leben kam oder perfekt bin (obwohl, nahe dran), möchte ich gerade klar sagen, doch, das habe ich. Jede Menge. Ich habe dumme Entscheidungen getroffen, dumme Dinge getan (Stichwort Transa, who knows, knows) und Chancen aller Couleur liegen lassen. Habe Dinge gesagt, die ich nicht hätte sagen sollen, mich mit Menschen angefreundet, die nicht hätten sein müssen und Geld verbraten, das ich später hätte brauchen können. Mein Leben, wie das Leben von vielen, ist gespickt mit Dummheiten und Versäumnissen. Manchmal aufgrund fehlenden Mutes, jugendlichen Leichtsinns, ausgewachsner Dummheit (diese Formulierung wollte ich endlich mal wieder nutzen) oder schlichten Unwissens. Da war und ist von allem etwas dabei. Es hat bis heute nicht aufgehört. Es wird gesagt, dass man die Dinge bereut, die man nicht getan hat. Das sehe ich nicht so, an diese Dinge kann ich mich gar nicht erinnern. Ich glaube, ich könnte so einiges bereuen. Aber, warum sollte ich? Damit ich mich im Selbstmitleid suhlen (hownthe fuck schreibt man „suhlen“? Sulen? Suulen?) kann darüber, dass ich eine Frau nicht angesprochen , anstatt zu sparen gesoffen und gekifft, ein Game, das ich nur einmal spielte, gekauft oder zwei Ehrenrunden gedreht, bevor ich eine Lehre fand, habe? Damit ich mich fragen kann, ob meine Beziehung gehalten hätte, hätte ich damals schon allein sein können, ob ich jetzt irgendwo in der Wärme sitzen könnte, hätte ich das Erbe meiner Grosseltern nicht mit beiden Händen rausgeworfen, ob ich schon tausend (haha, leicht übertrieben) Sprachen sprechen könnte, hätte ich meine Freizeit „sinnvoll“ genutzt, anstatt zu gamen, Serien und Filme zu schauen oder, ob ich heute Eishockeyprofi wäre, hätte ich nicht als kleiner Junge die Schlittschuhe nach dem ersten Training wieder an den Nagel gehängt? Damit ich mich fragen kann, was wäre gewesen, wenn? Nein danke. Wo käme ich denn dann hin? So beschäftigt mit Bereuen, dass ich das, was jetzt ist, verpasse. Das wäre schlimm. Ich versuche, Dinge nur fünfmal falsch zu machen, bis ich daraus lerne. Dafür sind diese bereuenswerten Dinge aus meiner Sicht da, um aus ihnen zu lernen. Ja, ich habe so einige grössere, kleinere, selbst- und fremdverschuldete Fehler gemacht. Ich habe aber mindestens genau so vieles, eher mehr, richtig gemacht (spätestens beim x-ten Versuch). Das vergesse ich und viele andere bei sich selbst gerne. Fazitär (dieses Wort möchte ich hiermit offiziell einführen) lässt sich sagen, dass ich, wenn ich die Wahl hätte, alles in meinem Leben nochmals genau gleich machen würde, weil es mich hierher, an diesen Tisch eines tollen Cafés, mit wunderbaren Menschen in meinem Leben und wertvollen Erlebnissen in meiner Vergangenheit, Gegenwart und sicher auch Zukunft führt(e; en wird). Wieso sollte ich da etwas bereuen?

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